Eine lebendige Geschichte möchte man meinen.

Wie fing es an, was haben wir 2009 vorgefunden?

Die IT des Landesverbandes lief auf einem kleinen Server, der von einem Admin und einem Vorstandsmitglied betreut wurde.

Aufgrund der gewollten Trennung von der Bundespartei (wir hatten ja auch unsere „eigene“ Mitgliederverwaltung) hatten wir also ein eigenes Wiki, eine eigene Homepage, ein eigenes Forum und einen eigenen Mailserver.

Das war letztlich gar nicht schlecht, weil die Bundesinstanzen sehr störanfällig waren. Prinzipiell lief das bei uns.

Aber ein solche „Monostruktur“ läuft immer in Gefahr, dass sich selbständig macht und nur Dinge tut, die sie selbst möchte, nix Dienstleistung.

Der damalige Vorstand wurde sehr kritisch gesehen, wir brauchten weiter Dienste und Zugänge. In dieser Gemengelage gründete sich die AG Technik, um zu ermitteln, was überhaupt wo läuft und wie wir hier neue Dienste implementieren können.

Die AG Technik kam einen Root-Server zur Verfügung gestellt und der systemkritische Begriff „privater Server“ wurde geboren. Bis heute konnte niemand den Unterschied definieren worin der Unterschied besteht, ob man nun bei Manitu, Hetzer, OVH, 1und1, Strato oder sonst wem hostet oder man das Hosting Angebot von einer anderen Firma annimmt, zu der zufällig ein Pirat aus Brandenburg Zugang hat. Es kommt ja wohl auf die Admins an.

Jedenfalls entwickelten wir auf der neuen Basis eine Reihe an Angeboten. Der erste Mumble im #LVBB wurde geboren, zahlreiche Tests wurden durchgeführt und weitere Dienste installiert.

Im August 2010 wurde ein neuer Vorstand gewählt und auf diesem Parteitag die IT durch Beschluss auf die AG Technik übertragen.

Abgesehen von finanziellen Fragen, die nach wie vor vom Landesvorstand beschlossen werden mussten, entstand das Konzept einer demokratischen Selbstverwaltung eines wichtigen Herzstücks des Landesverbandes, der IT. Die Politik blieb draußen. Die AG Technik hat einfach gemacht, solange es kein zusätzliches Geld kostet.

Wir fanden eine Reihe an Administratoren und viele Helferlein für die Applikationen. Eine runde Sache, die so bis Ende 2012 gut lief. Dann eskalierte der politische und persönliche Streit, letztlich brachen schwere Zeiten an und alle Administratoren legten am 1.5.2013 die Arbeit gemeinsamen nieder.

Es sollte noch bis Oktober 2013 dauern, bis alle Zugänge wieder wie vorher verfügbar waren. Das ist verschiedenen Umständen geschuldet, aber hätte nach den aufgestellten Regeln nicht passieren dürfen. Denn ein solches Szenario war voraussehbar und dafür hinterlegt man ja alle aktualisierten Zugangsdaten an einem sicheren Ort.

Richtig zusammen lief dann wenig. Letztlich wurde die gelebte Kultur in der AG Technik, Dinge zu berichten und zu entscheiden obsolet.

Im Juli 2014 wurde auf dem Parteitag in Frankfurt (Oder) ein gut vorbereiteter „Spontanantrag“ auf die Tagesordnung gezaubert, der letztlich der AG Technik die Zuständigkeit entzog und einer Person übertragen, die vorgab, für ein ganzes Team zu sprechen. Ein Dank für vier Jahre aufreibender Tätigkeit wurde nicht wirklich erwähnt, es gab mehr Jubel über diesen Entsorgungscoup. Schade eigentlich, denn menschlich taten sich Abgründe auf.

Einige Protagonisten waren offensichtlich der Meinung, dass sich die AG Technik sofort auflösen und fünf Jahre investierter Lebenszeit wegwerfen würde. Warum eigentlich?

Trotz eines erneuten moralischen Tiefschlags vom April 2015, dass der AG Technik so eine Art Berufsverbot auferlegt werden solle (O-Ton) spielte das „Warum“ nie eine Rolle und das ist auch gut so.

Stattdessen machte die AG Technik genau das mit der Dienstleistung weiter, genau so wie am 6.März 2010 begonnen hatte, nämlich alle möglichen Dienste diskriminierungsfrei zur Verfügung zu stellen und einfach Freude an der Technik pflegen.  Seit 2010 hat die AG Technik unzählige Veranstaltung im In- und Ausland unterstützt und das tut sie weiter, warum auch nicht?

Der Landesverband muss nun sehen, inwieweit er die Dienste der AG Technik einbinden möchte oder nicht. Fragen hilft, eine Bewerbung in nicht notwendig und wird es vermutlich nach den Erfahrungen des Juli 2014 auch nicht mehr geben.

Im Übrigen sieht die Bilanz ganz erfreulich aus: Über 17 verschiedene Dienst werden derzeitig zur Verfügung gestellt. Einige „urpiratische“ Projekte sind in Vorbereitung.

Zurzeit stehen drei Rootserver mit rund 9 VMs, also letztlich 12 Server zur Verfügung, die werden alle fleißig gewartet und verbrauchen monatliche diverse Terrabytes an Datenvolumen.

Das neueste Baby @PiratesOnAir mausert sich langsam und stellt die Plattform für eine Piratenpartei, die unkompliziert online erreichbar ist – ob für Mitglieder oder andere Bürger – zur Verfügung. Bald wird auch eine UKW-Frequenz zur Verfügung stehen, denn nicht jeder nutzt dieses Internetz.

Interessante Diskussionen und Night-Sessions werden das insbesondere in Wahlkampfzeiten bunter machen, zumal uns die Medien nach wie vor ausblenden. Wir laden alle herzlich zum Gespräch ein.

Die AG Technik schaut sehr zuversichtlich in die Zukunft und freut sich über jede Unterstützung oder mit anderen Worten – Technik die Spaß macht.

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